Ihr Lieben, ich bin geknickt.
Die Fahrt nach Bruenn war schoen, aber bereits die (lang herbei gesehnte) Ankunft in der Stadt war, als haette mir jemand in den Bauch geboxt. Sengende Sonne vermischt mit Frittenfett und Autoscooter, dann eine halbe Ewigkeit an der stark befahrenen Strasse entlang zum Zentrum.
Als ich in die Innenstadt komme, trifft mich dann endgueltig der Schlag. Es ist noch heisser, extrem stickig und brechend voll. Zudem bin ich total unterzuckert und das Blut sackt mir mit einem Mal in die Beine.
Kreidebleich schlurfe ich - zombie-artig - durch die engen Gassen auf der Suche nach einem Schlafplatz.
Mit Schrecken stelle ich fest, dass es weit und breit nur Vier-Sterne-Hotels gibt. Keine Pension, keinen Camping-Platz. Die Preise gehen von 2000 Kc aufwaerts (fast 100 EUR).
Verzweifelt fluechte ich mich in einer Art Uebersprungshandlung in einen Kartenladen und kaufe mir Radkarten von Krakau bis zur Ukraine... Aber auch danach habe ich noch keine Unterkunft.
An eine Weiterfahrt ist nicht zu denken, also kehre ich in eines der naechsten Etablissements und lasse die erniedrigenden Blicke an mir abprallen. Es ist tatsaechlich das erste Mal, dass ich mit abwertendem Blick "empfangen" werde.
Freundlichkeit wird hier winzig klein geschrieben. Ich erkenne sie waehrend meines gesamten Aufenthaltes in dieser Stadt nicht.
Das Hotel, in das ich dann einkehre, ist ein Hohn, den ich auch am heutigen Tag noch nicht ganz verkraftet habe.
Ich bezahle 2090 Kc fuer ein schaebiges Zimmer - mit direktem Blick auf die Baustelle gegenueber, die mich nebenbei bemerkt puenktlich um kurz nach 7 Uhr aus dem Schlaf holt. Als ich mich duschen moechte, werde ich erstmal mit dunkelbraunem Wasser begruesst. Ebenso beim Zaehneputzen.
Das Bett ist noch muffiger als das Zimmer und ich kann mir gut vorstellen, wie hier einst Spitzel und Spitzelinchen ihr Stelldichein gaben.
Mein Plan, diese Frechheit spaetestens beim Fruehstueck zu raechen wird offenbar vom Hotelmanagement durchschaut, und so gibt es zu dem bescheidenen Buffet vom Personal weder ein Echo zu meinem "Dobre den!" (Guten Morgen) noch frisches Besteck oder irgendeine sonstige emotionale Regung.
Alles in allem eine recht ernuechternde Angelegenheit.
Nach 15 Kilometern verlasse ich Bruenn auf dem hervorragend ausgebauten Greenways-Weg "KRAKOW-MORAVIA-VIENNA" und fahre gemuetlich Richtung Blansko.
Mein heutiges Ziel ist Sloup, wo ein Campingplatz eingezeichnet ist.
ach je, wie schade! :( aber dafür sind das alles ja wirklich tolle bilder und wahnsinnslandschaften! ich hoffe, sie entschädigen dich gebührend für hässliche hotels ohne besteck.
AntwortenLöschenalles liebe! rik
hallo christian, schade, dass du nach den ganzen positiven erlebnissen nun das erleben musst.
AntwortenLöschenaber kopf hoch, krakau entschädigt dich.
liebe grüsse deine mama