02.07.2009

Polnische Butterkekse und fette Hunde

Heute ist Ruhetag.

Etwas außerhalb habe ich einen schönen CPlatz gefunden und mein Zelt mit Blick aufs Tal aufgestellt. Über meinem Zelt brummen dicke Käfer im Obstbaum.

Der Weg hierher war gestern - trotz bescheidenen 15 Kilometern - ein kleines Abenteuer für sich:

Auf der Karte Luftweg maximal vier Kilometer. Wäre da nicht dieser eine Hügel dazwischen. Kombiniert mit der Falschaussage der Stadtkarte, auf dem der Weg so klar und deutlich geradeaus eingezeichnet ist, kommt dann wieder eine groteske Tour bzw. "Suche nach dem Weg" heraus.

Als der Weg plötzlich zu einem schmalen Waldweg mit 45% Steigung mutiert, packt mich der Ergeiz, es trotzdem zu versuchen. Als dann Rondolf und ich trotz angezogenen Bremsen auf dem rutschigen Boden wieder nach unten schliddern, gibt es im wahrsten Sinne des Wortes kein Halten mehr und ich gebe alles, den (lächerlichen) Berg zu bezwingen.

Kurz darauf kreuzt der Trampelpfad einen asphaltierten Weg und ich steige aus den mannshohen Gräsern in die zivilisierte Welt zurück.

Zufrieden und klatschnass erreiche ich den Gipfel des 285 Meter hohen Hügels. Man muss sich auch an den kleinen Dingen des Lebens erfreuen können ;)

Es ist absolut ruhig hier. Nur der sanfte Wind streicht leicht über die Graslandschaft. Und es riecht schön intensiv nach Sommerwiese.

Auf der nächsten Bank falle ich in einen tiefen Mittagsschlaf und wache eine knappe Stunde später schweißgebadet auf. Die Sonne brennt.

Ich folge dem Weg zu einem alten Gemäuer, besteige den dortigen Aussichtspunkt und genieße den Blick ins weite Krakauer Umland.

Eine halbe Stunde später bin ich dann auch auf dem CPlatz, wo ich herzlich empfangen werde. Die junge Dame an der Rezeption hat russisch studiert. Mein Zeltnachbar kommt mit dem Rad aus Helsinki und die Familie gegenüber aus Litauen. In der Ferne nehme ich das Gejaule von Hansi Hinterseher wahr. Deutsche sind also auch nicht weit.

Den heutigen Tag verbringe ich auf der Sonnenterasse mit Zywiec (Bier), polnischen Butterkeksen und dem iPod.

Während ich schreibe, wuseln immer wieder die kleinen, fetten Hunde vom CPlatz um mich herum, betteln um einen Keks.

Gleich muss ich wieder den Akku bei der Rezeption aufladen lassen. Zeit, weiter russisch zu lernen. ;)

1 Kommentar:

  1. ach, wie schön, dass es wieder bergauf geht und du die aufregung gut verdaut hast! das hört sich doch alles schon wieder viel besser an. stelle mir diesen camingplatz sehr nett vor!
    nie verzagen!

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