17. Januar Heute geht's VIP nach Luang Prabang! Mit leicht flauem Gefühl im Bauch schmeiße ich mein Gepäck in den Kofferaum. Fühle mich eher RIP. Wenige Minuten später tuckern wir über Staubpisten durch die Landschaft. Am Anfang verunstalten noch die großen Bauvorhaben für den Friendship- Highway nach Thailand und Fünf-Sterne-Hotel die Natur. Dann aber wird es schnell dörflich und sehr staubig. Der Wagen quält sich durch Sand und Steine die Anstiege hoch. Selbst mit Motor ist die Fahrt schweißtreibend, die Kommunikation ist dadurch sehr reduziert. Schöne Aussichten sind durch Staub und Geschwindigkeit oft nur Sekundenbruchteile zu sehen. Auf den Dörfern werden wir trotzStaubwolke meist freudig empfangen. Es ist schon sehr befremdlich, das sonst so intensive Dorftreiben nun durch die getönten Fensterscheiben in dieser Metallhülle zu beobachten. Oft müssen die Fenster wegen des Staubes geschlossen bleiben, so dass auch das Winken wirkungslos ist. Die letzten Kilometer bis nach Luang Praban ziehen sich ewig und ziemlich zermatscht kommen wir nach über neun Stunden Fahrt an. Im Gästehaus stelle ich rasch meine Packtaschen unter die Dusche. Sie sind trotz Verdeck millimeterdick mit feinem rotem Staub belegt. Auch ich bleibe etwas länger unter dem warmen Wasserstrahl, um endlich den schleichenden Karter zu vertreiben, der mich schon seit heute morgen belästigt. Trotz aller Strapazen bin ich am Ende froh, diesen Weg gewählt zu haben. Es war in der Tat ein besonderes (einmaliges) Erlebnis. Mit dem Rad hätte es mindestens eine Woche oder länger gedauert, wenn man für das extreme Bergprofil speziell vorbereitet ist. Die Versorgung mit ausreichend Nahrung und Wasser dürfte hier äußerst schwierig sein. Auch Gästehäuser o.ä. habe ich keine gesehen. Ein Zelt ist daher sehr empfehlenswert. Dank Halligalli von betrunkenen Backpackern ist die Nacht leider sehr unruhig und ich kann die Eindrücke der Fahrt nochmal ausgiebig vor dem geistigen Auge vorbeiziehen lassen und ... staubfrei genießen. Bilder
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