Der Ausflug in die Ala-Archa Schlucht war unbeschreiblich schoen - und viel zu kurz!
Meine Plaene, noch einen Tag laenger in der Schlucht zu bleiben und das Bergpanorama zu geniessen, werden jedoch verworfen, als ein Trupp Kirgisen mit Kleinbussen anreist und unseren Zeltplatz regelrecht ueberflutet.
An Entspannung ist nicht mehr zu denken. Lesley hat das anschliessend passend umschrieben: es ist ein seltsames Gefuehl, mitten in diesem herrlichen Naturpark ploetzlich die Hauptattraktion zu sein.
Zelt und Fahrrad werden aufs genaueste untersucht. Tausende Fragen gestellt. Ein Kirgise wagt sogar eine Fahrt auf dem vollbepackten Rondolf! Seine Bitte, fuenf Minuten fahren zu duerfen schlage ich ab und weise ihn an, nur hier im Kreis zu fahren. Mit trauriger Miene steigt er aufs Rad.
Nach knapp 10 Sekunden ist das Spektakel vorbei und er steigt mit weichen Knien vom Rad. Klein duckt er sich in Richtung Gipfel davon.
Die Fahrt mit Ben und Lesley ist sehr angenehm, das Tempo genau richtig. Die duenne Hoehenluft ist deutlich spuerbar. Durch die vielen Pausen und das ruhige Tempo haben wir jedoch keine Probleme.
Wir machen sehr oft Rast und geniessen die Landschaft. Ausblicke, die selbst mich Bergmuffel echt umhauen.
Dazu rauscht ein eiskalter Fluss durchs Tal, dessen milchig-weisses Gletscherwasser in der Sonne wie ein schimmernder Silberstreifen scheint.
Auf dem Weg gibt es viele kleine Magazine und Teestuben. Fuer den Mittagstisch erstehe ich auf einem Markt in Bischkek eine zuckersuesse Honigmelone, die dann inmitten der hohen Berge geniessen. Zum Abendbrot gibt es lecker Lagman und als Mitternachtsschmaus Tai-Nudeln von Christians Hobokocher.
Leider war durch den Sonntag ziemlich viel los, was den Fahrspass vor allem auf der Strasse etwas gemildert hat. Das Gehupe nervt ziemlich, auch wenn es oft nett gemeint ist.
Die Rueckfahrt war dafuer um einiges rasanter. Es geht staending bergab bei sehr wenig Verkehr. Der Strassenbelag ist ueberdurchschnittlich gut. Teilweise gibt es sogar Fluesteralsphalt!
Abends finden wir eine schoene, geraeumige Gastiniza, in der wir unser 3er-Appartment beziehen. Bei gutem Essen, Tee und Kwas feiern wir anschliessend mein 3-Monats-Jubilat in unserem Stammrestaurant.
Seit genau drei Monaten bin ich unterwegs! Der erste beherzte Tritt in die Pedalen scheint mir gestern gewesen zu sein.
Wie geht es weiter?
Fuer die Weiterfahrt Richtung China sind einige buerokratische Huerden zu klaeren. So ohne weiteres kann man den Torugart-Pass als Radfahrer leider nicht passieren.
Dennoch bleibe ich bei meiner geplanten Route, ueber Naryn nach Kashi / Kaschgar zu reisen.
guten abend mein lieber,
AntwortenLöschensieht das schön aus!!!
kann mir vorstellen, das dieser ort absolut zum verweilen einlädt, wenn nicht gerade die reisegruppe ankommt!!!
nimms mit humor....;-))
drücker von mir
nicki
nur meine syltbräune verhindert, dass ich vor neid erblasse! toll, toll, toll! das klingt traumhaft! (habe ich nur das gefühl, oder schreibe ich das jedes mal?)
AntwortenLöschenMann Christian,
AntwortenLöschendu bist ja echt schon weit gekommen! Wo soll den das noch hinführen? Zu einer Weltumrundung? ;-)
Ich bin froh, dir die ganze Zeit hier im Blog folgen zu können...auch wenn manchmal etwas Neid aufkommt. Du beschreibst die Situationen sehr schön Bildhaft. Man merkt dir die Schreibroutine an ;-)
Alles Gute für die weitere Reise und viel Spaß!
Liebe Grüße aus big B,
:)avid