10.11.2009

Pandamania

Chengdu, 4. bis 7. November

Der Wecker klingelt um 7 Uhr - Juhu Pandazeit! Ich mache einen Ausflug zur
Panda-Brutstation in Chengdu!!

Bilder:
http://www.flickr.com/photos/christian-trabold/sets/72157622774200160

Das erste Mal auf meiner Reise nehme ich dazu eines dieser
"Ausflugspakete" für Touristen an: Fast jedes Hotel oder Hostel organisiert
Fahrten zu diversen Sehenswürdigkeiten im Umland.

Diese Art von Ausflug verabscheue ich eigentlich, denn a) komme ich an
diesen Sehenswürdigkeiten mit dem Rad sowieso vorbei oder b) interessieren
mich diese "Sehenswürdigkeiten" nicht, da zu überlaufen.

Diesmal steige ich jedoch - im wahrsten Sinne des Wortes - von meinem
hohen Ross (Fahrrad) und lasse mich ein in den vermeintlichen
Touristennepp. Zudem sind Rafael (Valencia, Spanien) und Elay (Israel) mit
von der Partie - sympathische Mitbewohner im YouthHostel.

Das Paket kostet rund 5 EUR und beinhaltet Bustransfer und meine eigene
PandaCard, was mir recht fair erscheint. Nachdem die PandaCard offiziell
registriert ist (Ausweis, Telefonat mit Panda-Konsulat), erhalten wir das
OK und die Reservierung für unsere Bus-Sitzplätze.

Dabei törnen mich die kleinen Pummel eher ab, als dass sie mich
interessieren.

Faul, fett und langweilig - so gestaltete sich grob gesagt bis heute
Vormittag mein Bild von Pandabären.

JEDOCH: Der Besuch und überhaupt die gesamte Organisation war toll,
angenehm entspannt und vor allem SEHR LUSTIG!

Wir kommen um kurz nach 8 Uhr im Gehege an. Es ist ruhig, sehr gruen und
überraschend sauber.

Als wir eintreffen ist gerade Fütterung und der erste Panda jagt einem
Apfel nach, der von einem Pfleger über ihm hin und her gehoben wird. Wow!
Gar nicht faul.

Auch die anderen Bären sind überaus aktiv, balgen wie kleine Bengel im
Dickicht, stupsen sich hinterhältig von der Schaukel und klettern übermütig
in die Bäume, von wo sie kurz darauf wieder mit einem lauten Plums herunter
fallen.

Oft habe ich das Gefühl, dass uns hier kleine Kinder in Panda-Kostümen
etwas vorspielen. Es ist herrlich!

Der Touristen-Trubel hält sich in Grenzen. Etwas ungewohnt ist das "OK
let's go!", mit dem wir freundlich aber bestimmt zum nächsten Gehege
geschoben werden. Als wir den Park verlassen, sehen wir die erste LAUTE
chinesische Gruppe - mit Fähnchenträger und Megaphon ausgestattet. Glück
gehabt!

Gegen Mittag kommen wir ausgelassen wieder im Hostel an und geniessen
abends das leckere BBQ, wo ich Jessica aus Leipzig treffe. Sie war auch
lange mit dem Rad in der weiten Welt unterwegs und besucht China diesmal
für ihr Biologie-Projekt. Danke fur den kurzweiligen Abend und viel Erfolg
beim Projekt!

Am nächsten Tag plane ich meine Weiterfahrt und spreche lange mit Peter
über China und die Gegend hier.

Tags drauf verlasse ich Chengdu mit gemischten Gefühlen. In der Stadt gibt
es sicher noch sooo viel zu entdecken, andererseits zieht mich auch die
Natur des Umlands mächtig an.

Mir ist erneut klar: in China kann man Jahre verbringen, wenn man möchte.
Es gibt so viel zu sehen! Ich muss aber weiter, denn mein Visum lauft bald
(wieder) aus. In Kunming versuche ich es nochmal zu verlängern.

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