Beim nächtlichen Spaziergang durch die Gassen klemme ich mir fast die
Beine ein, als die Bürgersteige unerwartet um kurz vor zehn
hochgeklappt werden und beim anschließenden Besuch auf dem Nachtmarkt
falle ich in eine tiefe, gähnende Leere, aus der ich mich nur mühsam
befreien kann.
Kurz: ich fühle mich hier sauwohl und genieße die ruhigere Gangart
der Laoten in vollen Zügen.
Dennoch: obwohl ich von vielen Reisenden "vorgewarnt" wurde ist der
Kontrast zu Chaos-China echt heftig.
Wenn ich mir mal die Nase hochziehe oder beim Essen leise schmatze,
komme ich mir schäbig, ja fremd vor.
Hier wird mit Besteck gegessen - Essstäbchen gibt es nur für
spezielle Speisen - und der Esstisch sieht nach dem Mahl meist
sauberer aus als vorher (kein chinesisches Rotz-Knochenspuck-
Schlachtfeld).
Und es wird in der Regel viiiiel leiser gesprochen. Musikalische
Belästigungen mit Technoschrott sind bisher auch Fehlanzeige.
Das sind meine ersten Eindrücke von Laos, 80 Kilometer hinter der
Grenze zu China, aus der Provinzhauptstadt Luang Namtha.
Tags: Reise, Laos
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